Bald ist wieder Fasnacht. Und wer mich kennt, weiss, wie sehr ich diese Zeit liebe und wie gerne ich mich unters Volk mische. Die Fasnacht war für mich schon immer Begegnung, Musik, Lachen und dieses besondere Gefühl, dass für ein paar Tage alle gleich sind.
Neulich hatten wir eine Diskussion darüber, wie stark sich die Fasnacht in Luzern verändert hat. Zu viele Menschen auf den Strassen, zu viele Guggenmusigen, kaum noch Platz, für Masken im Restaurants zu intrigieren. Und nicht zuletzt viele junge Menschen, die lieber «Bum-Bum-Musik» aus der Konserve hören, als den Klängen von Guggenmusikern oder Kleinformationen zuzuhören.
Dabei habe ich mich gefragt: Gilt der viel zitierte Zeitenwende auch für unsere alten Traditionen?
Ist es an der Zeit, dass wir Älteren uns auf neue Formen und neue Rituale einlassen? Oder müssen wir akzeptieren, dass jede Generation ihre Fasnacht – und ihr Leben anders lebt?
Ich glaube, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Wir müssen nicht alles über Bord werfen, was uns wichtig ist. Unsere Erfahrungen, unsere Art zu feiern und unsere Werte dürfen bleiben. Gleichzeitig sollten wir offen sein für Neues und den Mut haben, andere Lebensstile stehen zu lassen, ohne sie gleich zu bewerten.
Vielleicht liegt ein Teil der Lösung genau darin: im Gespräch bleiben. Nicht übereinander reden, sondern miteinander. Räume schaffen, in denen sich Tradition und Neues begegnen können – durch echtes Interesse aneinander. Und vielleicht auch dadurch, dass wir Älteren vorleben, dass Lebensfreude, Neugier und Feierlust kein Ablaufdatum haben – nicht nur an der Fasnacht, sondern das ganze Jahr hindurch.
Ich durfte schon oft mit jungen Menschen ins Gespräch kommen, und bei allen Unterschieden habe ich gemerkt, wie ähnlich wir uns eigentlich sind. Am Ende geht es immer um dasselbe: um eine Gesellschaft mit Werten, Respekt und gegenseitigem Verständnis, damit das Zusammenleben gelingt. Diese Haltung hilft mir nicht nur an der Fasnacht, sondern immer dann, wenn ich denke: Ui, das verstehe ich jetzt gerade nicht – und genau da beginnt das Gespräch. Ich versuche hinzuhören, statt wegzuschauen.
Ich wünsche dir eine schöne Fasnacht und ganz viele gute Gespräche, auch ausserhalb der „rüüdigen Zeit“.
Nicole 🌸
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